@ Thomas Pittner # 34
>Es ist einfach Unsinn zu behaupten, Schwachwährungsländer müssen dauernd abwerten, weil ihre Produktivitätsfortschritte zu klein sind und sie ggü. anderen Ländern zurückfallen.>
Von MÜSSEN habe ich nicht geredet.
Ich habe gesagt, dass ich fürchte, dass die Griechen dahin tendieren.
Sie benennen doch den Hauptgrund dafür selbst:
>Schwachwährungsländer haben schlicht höhere Nominallohnsteigerungen und dadurch Preissteigerungen als die Hartwährungsländer, und das wird mit WK-Änderungen wieder ausgeglichen.>
Ja – eben auch durch Abwertungen (oder auch Aufwertungen anderer).
Es ist das einfachste Verfahren, schließt aber natürlich Produktivitätssteigerungen nicht aus.
Wenn wir hier übereinstimmen, warum unterstellen Sie mir dann etwas, was ich nicht gesagt habe und was auch implizit nicht in meiner Auffassung enthalten ist:
>Sehr simpel, nimmt man mal die ideologische Scheuklappe ab, dass ein Weichwährungsland voll von faulen uninspirierten Taugenichtsen ist.>
>“Ausländer investieren nicht, weil ihre griechischen Investitionen – in eigener Währung bilanziert – durch permanente Abwertung an Wert verlieren würden.”
Oh man, wie kann man solche Denkfehler in angeblich so “logische” Argumentationen einbauen?>
Vielleicht habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt.
Deshalb beispielhaft:
Ein deutsches Unternehmen investiert in seiner Währung gerechnet EUR 1 Mio. in Griechenland. Bei einem angenommenen WK von 1 zu 2 entspricht das Drachme 2 Mio. In den nächsten 5 Jahren fällt die griechische Drachme gegenüber dem EUR um 50%. Die investierten 2 Mio. Drachme sind dann zurückgerechnet in EUR nur noch EUR 500.000 wert. Daher verbucht das deutsche Unternehmen c. p in seiner EUR-Bilanz einen Verlust von EUR 500.000.
Wenn das zu erwarten ist, investiert kein Ausländer in Griechenland.
Der Punkt ist:
Es kommt darauf an, in welcher Währung bilanziert wird.
Ein mit jeder Preiserhöhung wachsender nominale Wert der Investition ist irrelevant, wenn man die Investition nicht verkaufen will.